Alfred Bast
Spannweite
18.02. – 08.04.2007

„SPANNWEITE“ lautet der Titel der Ausstellung im Kunstverein Bremerhaven, die am 18. Februar mit dem in Süddeutschland lebenden Künstler Alfred Bast eröffnet wird. Zu dem Titel seiner Ausstellung wurde er durch den vorbereitenden Besuch in der Kunsthalle Bremerhaven inspiriert. Im Deutschen Haus der Auswanderer und dem ausbalancierten Flug der Möwen im starken Wind fand er eine Analogie zu seiner offenen künstlerischen Haltung. Reise, Risiko, Balance, Weite, Vision und Mut und manchmal auch Verzweiflung gehören zum seelischen Grundbestand eines Künstlers.

Alfred Bast, geb.1948 in Schwäbisch Gmünd, studierte an der Kunstakademie in Stuttgart und, mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, in Pondicherry/Südindien, freie Malerei.
Kulturübergreifende Impulse, die sich mit der Dualität menschlicher Erkenntnis und Wahrnehmung befassen, eröffnen ihm einen neuen Zugang zur Natur als „offenbares Geheimnis“.
Aufenthalte in USA, Indien, Ungarn, Kanada und Georgien, ebenso Förderungen - auch ein Stipendium im Atelierhaus Worpswede war dabei - lassen eine vielfältige und zugleich konzentrierte Bildsprache reifen. 1995/96 gründete er die Intitiative KunstKloster art research in dem Seminare und Schulungen zu Kreativität und Wahrnehmung stattfinden.

Die Arbeiten von Alfred Bast zeigen ein künstlerisches Konzept, das dem Titel der Ausstellung in vielschichtiger Weise entspricht.
Er sucht und findet für seine hoch sensiblen künstlerischen Wahrnehmungs- und Gestaltungsforschungen treffliche Materialien. Dazu gehören brennend verkohlte Stöcke, die ältesten Zeicheninstrumente in der Geschichte. Er nutzt die gebündelte Energie des Sonnenlichts, indem er mittels eines starken Brennglases in farbig grundierte Leinwand graviert. Die dabei entstehenden Chiffren erinnern an Urzeichen, Stadtpläne oder an Aufzeichnungen neuronaler Vorgänge im Gehirn. Zur Durchdringung und Sichtbarmachung des Wesenhaften von Pilz und Brombeere verwendet der Künstler ihre eigenen Säfte als Farbpigmente. Die Eigenschaften der Mittel und Materialien werden somit in ihren eigenständigen Qualitäten zu besonderer Wirkung und in sub-tile Wechselbezüge zwischen Gestaltungsform und Inhalt gebracht. Das Material (Materia) wird nicht bloß als Träger verstanden, sondern als eine eigenständige, inspirierende Qualität, die Ideen aufnimmt, beantwortet und den Gestaltungsprozess wesentlich mitbestimmt. Darin liegen Entsprechungen zu den Wechselwirkungen von Außen- und Innenwelten, von Materiellem und Spirituellem.

Die achtsame Wahrnehmung des Künstlers überträgt sich im Anschauen der mit Hingabe dargestellten Früchte wie von selbst. Das Betrachten der meisterlich gezeichneten und gemalten Äpfel, Brombeeren und Quitten ist ein genießerischer Akt. Solch handwerkliches Können ist Voraussetzung für das Erscheinen-Lassen des Unsichtbaren im Sichtbaren, für erhellende Assoziationen in den Köpfen und Herzen der Ausstellungsbesucher.
Der Künstler will durch die Ausstellung eine „atmosphärische Architektur“ errichten um einen „Zustand der Inspiration“ wachzurufen.

Kuratiert von Anne Schmeckies.