Käthe Kruse
DREIZEHN ARBEITEN
14.05. – 18.06.2000
Die Künstlerin Käthe Kruse feierte bereits seit 1980 als Mitglied der 3-er Gruppe mit dem ironischen Namen „DIE TÖDLICHE DORIS“ weltweite Erfolge. Performances und Events unter anderem im Museum of Modern Art, New York, dem Musée d`Art Moderne, Paris und auf der „documenta 8“, in Kassel erregten internationales Aufsehen.
1990, ein Jahr nach der offiziellen „Auflösung“ von „DIE TÖDLICHE DORIS“ präsentierte der Bremerhavener Kunstverein die multimediale Gruppe in einer Gesamtausstellung mit dem Titel “Die Schule der Tödlichen Doris“. Getreu nach dem Motto des Kunsthistorikers Ernst Gombrich der schrieb: „Genaugenommen gibt es „die Kunst“ gar nicht…. es gibt nur Künstler, …agierte das KünstlerInnen-Triumvirat weiter“. Parallel startete Käthe Kruse – ebenso wie ihre Künstlerkollegen Niclaus Utermöhlen und Wolfgang Müller – eine Solokarriere.
In den letzten Jahren arbeitete Käthe Kruse daran, die verschiedenen Bereiche der Künste, das heißt alle Bereiche der visuellen Kommunikation und der audio-visuellen Medien zu einem Werk zusammenzufassen. Einzelne Elemente des Gesamtkunstwerkes von Käthe Kruse, wie z.B. ihre „Tischbilder“, wurden in der Vergangenheit bereits gezeigt und ermöglichten den RezipientInnen neuen Wahrnehmungsweisen. Elemente und Perspektiven der Arbeiten sind ein Grenzweg zwischen Skulptur und Bild, Installation und Bild im ständigen Wechsel. Zu den Arbeiten von Käthe Kruse gehört auch die CD „Le Sexe Rouge“, die sie mit eigenen Texten und Kompositionen produzierte und mit professionellen Musikern aufnahm. Dabei war es ihr unter anderem wichtig, nicht nur eine Musikrichtung, sondern völlig unterschiedliche und mannigfaltige Musik entstehen zu lassen. „Ich wollte einen weiten, atmosphärischen Bogen spannen“, sagt sie selber. Budhistische Klänge untermalen den Tod einer bhutanischen Prinzessin, eine Hawaigitarre jault zu einem Südseealptraum, eine verzerrte E-Gitarre begleitet südamerikanische Indianer beim Fettauslassen´junger Vögel, ein einziger Ton aus einem Sampler legt sich wie eine Nebelkette um ein Schweizer Bergpanorama. Eine sich seit hundert Jahren nach einem Jungen verzehrende „Gaby“ singt zu einem mechanischen Popstück. Die Farbe Blau wird in den höchsten Tönen besungen und von einem Flügel begleitet, mit dem auch das letzte Stück endet, in dem Salz der Tränen vom Leib des verlassenen Geliebten geleckt wird. Insgesamt sind 13 Lieder auf der CD mit einer Spieldauer von einer Stunde.
Zur Ausstellungseröffnung in der Kunsthalle Bremerhaven wird Käthe Kruse in einer Performance die Arbeiten vorstellen, die ihren Ausgangspunkt in der CD-Musik haben. Jedes der 13 Lieder erhält ein Filmbild und ein Kunstwerk. Es werden Objekte sein wie zum Beispiel Badezimmer im Puppenformat, Wandteppich, Gebetsfahnen sowie Zeichnungen, Wandmalereien, Fotografie, Rauminstallation, oder Auskratzbilder. Zu jedem Musikstück sind Videobilder entstanden. Einige in Buthan, so zum Beispiel die Aufnahmen des Klosters Jampa aus dem siebten Jahrhundert, welches als erstes budhistisches Kloster in Buthan auf dem Fuß der Riesendämonin, die das Land unterdrückt hielt, gebaut wurde. Insgesamt wurden 108 Tempel auf ihr errichtet, um sie zu bezwingen. Wichtig ist der Künstlerin bei ihren Konstruktionen, dass jede Arbeit, sei es die Musik, der Film oder das Kunstwerk zusammen oder auch einzeln gespielt, aufgeführt oder ausgestellt werden können, und jedes seinen eigenen Charakter und Stellenwert bekommt.
Anne Schmeckies
Kuratiert von Anne Schmeckies.