Leif Trenkler
Das Nichtkühl
12.03. – 23.04.2006
Realistisch anmutende Bildmotive und gegenständlich erscheinende Bildinhalte erfahren seit geraumer Zeit eine Renaissance in der bildenden Kunst. Malerei und hier insbesondere Malerei mit erkennbaren Motiven erfreut sich bei Sammlern, Galerien und dem Publikum einer anhaltenden Beliebtheit. Die abstrakte Malerei scheint hingegen tot. Doch der Schein trügt. Denn auch die vordergründig erkennbaren Bilder können abstrakte Malerei sein. Nur kommt hier die Abstraktion heimlicher oder hintergründiger zum tragen. Nicht zuletzt bildet die Renaissance der realistisch anmutenden Bildmotive in diesem Kontext eine Reflexion auf die Flut der realistischen Bilder in den Medien. Ein Künstler, der zu den Vertretern der neuen figurativen Malerei gehört, ist der in Köln lebende Maler Leif Trenkler (1960).
Zu seiner Ausstellung in Bremerhaven schreibt er: „Die Nachricht wird von der, hier nicht genannten, barocken Vortragenden verlesen, in einer geheimen Sprache, die Überraschung auslöst.
Das Nichtkühl berichtet von den Erfindungen der Malerei. Sie werden von einer eigentümlichen Atmosphäre umhüllt, die scharf oder fleckig in den nächsten Grenzraum abstrahlt.
„Flirrendes, durch die Baumkronen fallendes Licht taucht die Welt in Helligkeit und erzeugt tanzende Schatten… Reine Farbflächen überlagern im selben Bild die gegenständliche Malerei - so als löse sich die Welt bei näheren Hinsehen auf.“(F.A.Z. 17.5. 2005)
Im Panoramabild „Hydepark mit rotem Kanarienvogel“ verweben sich die abstrakten Striche oder Farbballen mit den Figurinhalten und fordern bei sanfter Witterung den Park heraus sich neu zu formatieren.
Der telefonierende Mongole bekommt eine dunkle Information, die ausserhalb des Bildraums liegt. Gestalten aus einer anderen Zeit verbinden sich mit dem Jetzt des Sehens.
Das Nichtkühl entspricht der Wärme, die Bonnard oder Vuillard erzeugt haben, sie streift über die Szenerie und verschwebt frei von erlernten Aussagen über das Leben.“
Kuratiert von Klaus Becké.