Vladimir Skoda
Les sphères, Skulpturen
15.02. – 15.03.1998
Vom 15. Februar bis 15. März 1998
Seit alters galt die Kugel als die ideale Form, ihre vollendedete Regelmäßigkeit im Verein mit größter Einfachheit als Zeichen der Vollkommenheit. In der Kugel ist die Masse auf die einfachste Gestahlt reduziert, und alles Überflüssige elliminiert: sie befindet sich immer, in jeder Lage, in perfektem Gleichgewicht. In sich trägt die Kugel des Characteristikum der Maßstabslosigkeit.(…).
Der tschechische Künstler Vladimir Skoda versucht in seinen Kugeln einen symbolisch-konnotativen Gehalt und eine rationale Analyse der stereometrischen Gestalt der Kugel zusammenzubringen. Er beschreibt einen Weg, auf dem er versucht, vermittels der konzentrierten haptischen-sinnlichen Präsens seiner Kugelplastik, die er aus der Masse der Materie und deren Schwere gewinnt, den sinnlichen Nachvollzug der Schwerelosigkeit der Kugel nahezulegen. Die Kugel ruht, unabhängig von ihrem Gewicht, auf einem Punkt ihrere Oberfläche und suggeriert ein scheinbar reibungsloses Fortbewegen, so daß sie, einmal angestoßen, von der eigenen Masse weiter angetrieben wird. Indem Skoda sich dieses virtuellen Moment künstlerisch zunutze macht, scheint er Schwere in Schwerelosikkeit zu verwandeln (…).
Seit etwa zehn Jahren Jahren verfolgt er mit einer fast obsessiv zu nennenden Intensität das Kugelthema. Blickt man von heute aus zurück auf das Œuvre von Vladimir Skoda, wie es in den letzten 20 Jahren entstanden ist, so stellt es sich dar als ein kontinuierliches Fortschreiten zur immer größereren Vereinfachungen der Form, an dessen vorläufigem Endpunkt die perfekte Kugelform steht (…).
Lida von Mengden, 1996 (auszugsweise)
Die Ausstellung wird kuratiert von Thomas Trümper.