Gespräch
Warum die Gesellschaft Kunst braucht
24.09.2026, 18 Uhr
Ein Gespräch über Kunst, Geschichte und unterschiedliche Perspektiven
Im Jahr, in dem Bremen Gastgeberland des Tags der Deutschen Einheit ist, widmen sich Kunsthalle und Kunstmuseum Bremerhaven unter dem Motto „Viele Stärken. Ein Land“ der Frage, wie Kunst unterschiedliche Erfahrungen sichtbar machen und unseren Blick auf Geschichte und Gegenwart verändern kann. Im Mittelpunkt stehen ostdeutsche Biografien und ihre Spuren in der Kunst: Wie haben Erfahrungen aus DDR, Wende- und Postwendezeit künstlerische Positionen geprägt? Welche Geschichten werden erzählt, welche Perspektiven finden Eingang in den kunsthistorischen Kanon – und welche bleiben bislang weniger sichtbar?
Dabei geht es nicht um die eine ostdeutsche Erfahrung. Gerade unterschiedliche Biografien zeigen, wie vielfältig die Geschichte der deutschen Teilung, Wiedervereinigung und Postwendejahre erlebt wurde und bis heute nachwirkt. Die künstlerische Auseinandersetzung mit diesen Erfahrungen kann persönliche Erinnerungen sichtbar machen, etablierte Erzählungen hinterfragen und den Blick auf Geschichte und Gegenwart erweitern. Darin liegt auch eine gesellschaftliche Dimension von Kunst.
Das Gespräch zwischen den Künstlerinnen Sophie Nawova Meyer und Ellen Mäder-Gutz wird von Dr. Meta Marina Beeck, Leiterin der Kommunalen Galerien Treptow-Köpenick in Berlin, moderiert.
Dr. Meta Marina Beeck
Die gebürtige Bremerin studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Berlin sowie Chinesisch in Peking und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Als Kuratorin und Autorin realisierte sie zahlreiche Ausstellungsprojekte im In- und Ausland, unter anderem an der Kunsthalle Bielefeld, und lehrte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Seit 2022 leitet sie die kommunalen Galerien Treptow-Köpenick. Als Initiatorin und Kuratorin der Wanderausstellung „Die Kids sind nicht alright!“ beschäftigt sie sich intensiv mit Identität, Herkunft, Familiengeschichte und den gesellschaftlichen Folgen der Nachwendezeit.
Sophie Nawova Meyer
In ihren Arbeiten erforscht die Fotografin die Beziehung zwischen der Zerbrechlichkeit von Körper, Identität und Familie. Aktuell legt sie den Fokus auf Schwarze Erfahrungswelten innerhalb Deutscher Gesellschaft und reflektiert dabei die hegemonialen Strukturen des eigenen Aufwachsens.
Ellen Mäder-Gutz
Ellen Mäder-Gutz wurde 1954 in Bergfelde geboren und studierte Bildhauerei und Grafik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 2007 zeigte sie ihre Arbeiten in der Kunsthalle Bremerhaven, 2014 war sie Stipendiatin am Wilke Atelier Bremerhaven. Ihre künstlerische Arbeit ist von der Natur inspiriert, ohne diese unmittelbar abzubilden. Abstrakte Formen, Farben und Motive kreisen um das Werden, den Ursprung und das noch nicht vollständig Entfaltete. So entstehen Werke, die zugleich vertraut und fremd wirken.
Kunstmuseum Bremerhaven, Foyer
Der Eintritt ist frei.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Veranstaltung wird vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Programms: „Demokratie leben!“ sowie dem AfJFF Bremerhaven unterstützt.