Bert de Beul
Malerei
19.08. – 23.09.2001
„Die Malerei ist am Ende“, erklärte bereits im Jahre 1912 der französsich-amerikanische Künstler Marcel Duchamp angesichts einiger Ready-Mades. Seither wurde die Malerei immer wieder totgesagt. Die große Bedeutung, die im Verlaufe dieses Jahrhunderts die neuen Medien Film und Video, aber auch die Performance- und Installationskunst errangen, schienen die These Duchamps stets neu zu untermauern. Dennoch gewinnen Künstler dem altehrwürdigen Medium Malerei immer noch oder immer wieder neue Facetten ab. Einer dieser Künstler ist Bert De Beul. Geboren 1961 im belgischen Gent, lebt und arbeitet Bert De Beul heute in Antwerpen. Seit Anfang der 90er Jahre ist sein Werk auch in Deutschland durch Einzel- und Gruppenausstellung bekannt geworden. In der Kunsthalle Bremerhaven werden neuere Bilder gezeigt.
Als „moderner Neoromantiker“ wurde Bert De Beul unlängst in einer Ausstellungskritik bezeichnet. Tatsächlich deuten Ausstellungstitel wie „Denkbild und Wirklichkeit“, „Distanz und Nähe“ oder „Bildgewordene Wirklichkeit“ auf eine romantische Atmosphäre in den Bildern von Bert De Beul hin. Es ist dies der Versuch die Besonderheit seiner Werke zu erfassen, die zunächst in realistischer Manier daherkommen. Denn bei genauer Betrachtung der meist kleinen Formate stellt sich schnell das Gefühl ein, dass die Bilder mehr darstellen, als nur eine fotogetreue, malerisch auf wesentliches reduzierte Momentaufnahmen unserer alltäglichen Umgebung. Im Anschnitt ist dort ein Teil einer Straßenkreuzung zu erkennen oder ein Ausschnitt aus einer Landschaft. Architekturdetails bilden ebenso den Anlass für ein Bild, wie Szenen aus dem Haushalt. Im Anschnitt wird scheinbar eine Person mit dem Rücken zum Betrachter dargestellt, während im Bildhintergrund noch ein Schwimmer zu erahnen ist. Die Bilder erscheinen wie Sequenzen aus einem Film, wie eingefrorene Momente in einer Bewegung, einem Vorgang. Bei längerer Betrachtung löst sich die Gegenständlichkeit mit unter ganz auf. Dann verändern sich die Farben zu Farbflächen, das Motivische verliert an Bedeutung und das Bild wird zu einer Farbkomposition. Es ist diese Entrücktheit von der Gegenwart, die den Gemälden trotz ihres „Realismus“ unterschwellig etwas metaphysisches gibt. „Ich sehne mich danach, die Zeit zum Verschwinden zu bringen“, so Bert De Beul, denn dann, in diesen Augenblicken entdeckt er die vertraute Umgebung neu. Der Versuch, diese neue Sichtweise, diesen besonderen Augenblicke malerisch einzufangen und deutlich zu machen wird in den Bildern spürbar
Kuratiert von Jürgen Wesseler.