Signe Guttormsen
Jedes Mal ein anderes Mal
28.08. – 03.10.2005
Im Atelier der „Malerin“ Signe Guttormsen fallen dem Besucher ungewöhnliche Utensilien auf. Da stehen Regenrinnen, Kannen und verschiedene Behälter unterschiedlichster Art. Das auffälligste Werkzeug für eine Malerin ist jedoch die Kreissäge. Sie ist eines ihrer wichtigsten Arbeitsutensilien. Mit der Kreissäge sägt die Künstlerin Einschnitte in ihre Werke, wobei die Sägespur selbst eine Form oder eine Zeichnung bildet. Entgegen diesen Einschnitten verläuft der Farbfluss. Den Farbauftrag reguliert Signe Guttormsen, indem sie die Farbe über den Bildträger gießt. In dieser Weise wird die Divergenz zwischen dem Imaginären und dem Faktischen des Bildes thematisiert.
Diese Auseinandersetzung im Werk von Signe Guttormsen spiegelt sich in den in der Kunsthalle ausgestellten Werkreihen in vielfältiger Weise wieder. Einmal ist der Bildträger gewölbt wie ein Bildschirm, ein anderes Mal zu einem Korpus aus Metall geformt. Und auch in den Papierarbeiten wird die Objekthaftigkeit des Papiers durch das Falten deutlich. Trotz dieser Interventionen sind die Bilder von Signe Guttormsen durch eine glatte und perfekte Oberfläche gekennzeichnet. Die Gestalt der Werke wird außerdem von der Wirkung der Schwerkraft auf den Farbfluss bestimmt, womit die Künstlerin wiederum die Kontrolle aus der Hand gibt.
Signe Guttormsen ist 1964 in Kopenhagen geboren. Sie studierte an der Königlichen Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen und an der Rijksakademie für bildende Kunst in Amsterdam. Sie hat mehrere Preise und Stipendien erhalten. Seit 1996 lebt und arbeitet sie in Köln.
Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog und eine Edition. Die Katalogerstellung wurde durch The Danish Arts Council unterstützt.
Kuratiert von Ralph Hinz.