Führung zum 88. Gedenktag der Reichsprogromnacht
Solidarische Stadtgeschichte
10.11.2026, 17 Uhr

Solidarische Stadtgeschichte
Kunst und Stadtgeschichte im Gespräch
Eintritt frei

Wie schreiben sich historische Ereignisse in den Stadtraum ein? Welche Geschichten erzählen Denkmäler, Plätze und Gebäude, und welche geraten in Vergessenheit?

Ausgangspunkt des gemeinsamen Gesprächs ist Annette Kelms Fotoserie Travertinsäulen, Recyclingpark Neckartal. Sie zeigt 14 Travertinsäulen aus dem Stuttgarter Lauster-Steinbruch, die in den 1930er-Jahren für nationalsozialistische Bauvorhaben gefertigt wurden. Heute stehen sie im Umfeld einer Verbrennungsanlage und sind dort kaum noch wahrnehmbar. Kelms Fotografien lenken den Blick auf diese architektonischen Überreste und darauf, wie sich Bedeutung und Wahrnehmung von Orten im Laufe der Zeit verändern.

Auch in Bremerhaven lassen sich Spuren einer vielschichtigen Geschichte entdecken. Der Theodor-Heuss-Platz vor Kunstmuseum und Stadttheater war einst Schauplatz von Bücherverbrennungen. Auch das Bürgermeister-Smidt-Denkmal wirft Fragen nach dem Umgang mit historischen Persönlichkeiten und ihrer Erinnerung im öffentlichen Raum auf.

Gemeinsam betrachten wir die künstlerische Arbeit und nehmen sie zum Anlass, über die Geschichte vertrauter Orte, den Umgang mit dem nationalsozialistischen Erbe und die Bedeutung von Erinnerung für die Gegenwart ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung verbindet Kunstvermittlung und Stadtgeschichte und lädt dazu ein, eigene Wahrnehmungen und Fragen einzubringen.

Mit
Marlene Rehbein, wissenschaftliche Volontärin am Historischen Museum Bremerhaven und Historikerin mit Schwerpunkt NS-Geschichte

Anika Grabenhorst, forscht und doziert an der Schnittstelle von politisch-historischer Bildung und Kunstpädagogik