Manfred Pernice
109
20.09. – 18.10.1998
Wie bei kaum einem anderer deutscher Künstler haben die Rauminstalationen des in Bremerhaven und Berlin lebenden Manfred Pernice in den vergangenen beiden Jahren eine beeindruckende überregionale Beachtung erfahren. Manfred Pernice erregte im Herbst 1996 erstmals mit seinen irritierenden Sperrholzgebilden auf der Ausstellungsfläche der Galerie Neu während dem Berliner „European Art Forum“ überregionales Aufsehen. Es folgten Ausstellungen deren Auflistung sich wie „who is who“ der Ausstellungsszene liest. Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im Kabinett für aktuelle Kunst in Bremerhaven, in der Galerie nächst St. Stephan in Wien, in der Produzentengalerie in Hamburg, bei der Biennale de Lyon, in der Kunsthalle Nürnberg und im Künstlerhaus Stuttgart, in der Gallery PS1 und Anton Kern Gallery in New York, sowie in der Stella Lohaus Gallery in Antwerpen, in Kopenhagen und in Norrköping, Schweden und zuletzt in der Kunsthalle Köln reihten sich in ununterbrochener Reihenfolge aneinander. Ausstellungen in der Gallery Asprey in London, in der Galerie Konrad Fischer in Düsseldorf und in der Galerie Philomene Magers in München sind in Vorbereitung.
Bei den Arbeiten von Manfred Pernice handelt es sich um Raumskulpturen, aus einfachem, unbehandeltem Holz oder Preßspan zusammengetackert und geschraubt, kleinen Pappmodellen und erläuternden Zeichnungen und Texten. Durch die Materialwahl, Textfragmente und sichtbaren Verbindungstellen wirken die Arbeiten provisorisch, unfertig fragmentarisch. Das äußere Erscheinungsbild steht im Gegensatz zur Form. Hierbei handelte es sich um reduzierte Rauminterpretationen, um Reflexion von Raumsituation, die Manfred Pernice in seiner Umgebung wahrnimmt. Häufig konfrontiert er definierte räumliche Situationen, Gebäudeausschnitte, Gefäße oder Fragmente einer Landschaftstopographie mit anderen festgelegten Raumfunktionen womit er deren Bestimmtheit in Frage stellt. So irritierend die Instalationen wirken, handelt es sich doch letztlich um klassische bildhauerische Aufgaben, um die Bewältigung von Raum und Volumen, um das Verhältnis von Proportionen zueinander.
In der Ausstellung in der Kunsthalle Bremerhaven werden Arbeiten zu sehen sein, die Bezüge zu regional typischen Raumkörpern aufnehmen und als Weiterentwicklung zu den letzten „Verdosungs“-Arbeiten von Manfred Pernice interpretiert werden können.
Kuratiert von Jürgen Wesseler.